Liebe Kolleginnen und Kollegen,
aktuell tauchen vermehrt Berichte und Informationen zum Thema „Hantavirus“ auf. Deshalb haben wir das Thema für ambulante Pflegedienste fachlich aufgearbeitet, damit Einrichtungen vorbereitet sind und sachlich reagieren können – ohne unnötige Unsicherheit oder Panik zu erzeugen.
📌 Wichtig vorweg:
Das eigentliche Risiko geht nicht von den Patientinnen und Patienten aus, sondern von Mäusebefall, Mäusekot und aufgewirbeltem Staub in belasteten Wohnbereichen.
🏠 Kritisch können beispielsweise sein:
- Keller
- Dachböden
- Gartenhäuser
- Schuppen
- stark vermüllte Bereiche
- Räume mit sichtbarem Mäusebefall
⚠️ Situation in Deutschland:
Für Deutschland geben das Robert Koch-Institut (RKI) und regionale Gesundheitsämter aktuell Entwarnung.
🇩🇪 Die in Deutschland vorkommenden Hantavirus-Varianten gelten überwiegend als deutlich weniger problematisch als einzelne seltene Varianten aus Südamerika.
👉 Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bei den in Deutschland vorkommenden Hantaviren praktisch nicht möglich.
👉 Hantaviren werden in Deutschland fast ausschließlich durch Ausscheidungen infizierter Nagetiere übertragen – meist durch aufgewirbelten Staub aus Urin, Kot oder Speichel von Rötel- und Brandmäusen.
📊 Behörden melden für das Jahr 2026 bislang ein völlig normales beziehungsweise eher niedriges Hantavirus-Infektionsgeschehen durch die heimischen Varianten (z. B. Puumala-Virus).
🌍 Auch das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in der EU/EWR im Zusammenhang mit dem aktuell medial erwähnten Ausbruch „MV Hondius“ (Mai 2026) wird offiziell als sehr gering eingestuft.
🩺 Warum ist das Thema für Pflegedienste trotzdem relevant?
Weil Mitarbeitende bei Hausbesuchen direkt mit belasteten Umgebungen konfrontiert sein können — insbesondere bei:
- Entrümpelungen
- staubigen Räumen
- Mäusekot
- trockenen Reinigungsarbeiten
- leerstehenden Wohnungen
📌 Genau deshalb empfehlen wir:
- Mitarbeitende kurz zu sensibilisieren
- einfache Verhaltensregeln festzulegen
- keine trockene Reinigung von Mäusekot
- bei sichtbarem Befall FFP2/FFP3 + Handschuhe
- belastete Räume zunächst lüften
- klare interne Abläufe definieren
💡 Aus meiner Sicht ist das kein Thema für Panik, sondern für gute Vorbereitung.
Und genau das wird in den nächsten Tagen wahrscheinlich wichtig werden.
Ich halte es durchaus für möglich, dass:
- Patient:innen oder Angehörige Fragen stellen
- Mitarbeitende verunsichert sind
- der Medizinische Dienst im Rahmen von Prüfungen nach internen Regelungen oder Gefährdungsbeurteilungen fragt
Wer hier vorbereitet ist, wirkt professionell, ruhig und fachlich sicher.
📄 Deshalb haben wir:
- ein Merkblatt für Mitarbeitende
- sowie eine Information für Kund:innen und Angehörige
erstellt und fachlich strukturiert aufbereitet, zu finden in unserem WhatsApp Channel.
🎯 Ziel ist ausdrücklich NICHT, ein unnötiges Problembewusstsein zu erzeugen.
Sondern:
ruhig, seriös und vorbereitet auf mögliche Rückfragen reagieren zu können.
Mit besten Grüßen
Reiner Henrich
Die PflegedienstProfis GmbH

